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07.05.2020

Präsidium des Deutschen Städtetages zur Corona-Krise

Städte unterstützen regionale Entscheidungen im weiteren Verlauf der Pandemie – Kritik am Konzept der Deutschen Fußball Liga

Die deutschen Städte halten es für richtig, dass Bund und Länder mit ihren gestrigen Beschlüssen den Menschen jetzt Perspektiven aufzeigen, wie eine stufenweise Rücknahme der Beschränkungen aufgrund des Coronavirus möglich ist. Die Städte unterstützen auch, dass regionalen Entscheidungen künftig große Bedeutung zukommen soll. Das Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga reicht nach Auffassung des Deutschen Städtetages nicht aus und muss nachgebessert werden.

Das machte der Präsident des Deutschen Städtetages, Oberbürgermeister Burkhard Jung aus Leipzig, nach einer Telefonkonferenz des Präsidiums des kommunalen Spitzenverbandes deutlich. Daran nahmen rund 25 Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister aus ganz Deutschland teil.

Burkhard Jung: "Die Menschen in Deutschland haben in den zurückliegenden Wochen viel Einsicht und Disziplin bewiesen. Gemeinsam ist es gelungen, das Infektionsgeschehen zurückzudrängen. Nun ist es möglich, stufenweise Beschränkungen zurückzunehmen. Das wird den Menschen guttun und unsere Städte wieder lebendiger machen. Akzeptanz und Vertrauen der Menschen ist wichtig, deshalb müssen Schritte gut erklärt werden. Und klar ist natürlich: Wir müssen alle weiterhin verantwortungsvoll mit sozialen Kontakten umgehen und Hygiene- und Abstandsregeln einhalten. Die Corona-Pandemie ist noch lange nicht vorüber."

Dass künftig regionale Entscheidungen eine größere Rolle spielen sollen, kommentierte Jung so: "Wir sind in der Lage, regional und lokal zu entscheiden. Darin liegt eine Stärke unseres Föderalismus und der kommunalen Selbstverwaltung. Wenn die Zahl der Neuinfektionen über die vorgesehene Grenze von 50 pro 100.000 Einwohner steigt, werden die Gesundheitsämter in der Lage sein, zu handeln. Wenn dann Lockerungen möglicherweise rückgängig gemacht werden müssen, kann durch die regionale Verantwortung so flexibel entschieden werden, wie es im weiteren Verlauf dieser Pandemie nötig sein wird. Damit wird bei einem lokal begrenzten Ausbruch nur dort oder in der Region gehandelt und nicht gleich landes- oder bundesweit. Dabei ist wichtig, sich regional und auch überregional abzustimmen. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben kann dann außerhalb dieser Region weiterlaufen."

Kritik übte der Städtetagspräsident an dem Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) für eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs: "Wir rechnen damit, dass sich Fans vor den Stadien treffen, wenn der Spielbetrieb mit Geisterspielen wieder aufgenommen wird. Deshalb muss die Deutsche Fußball Liga (DFL) ihr Konzept nachbessern. Wir brauchen Antworten, wie die Vereine das Stadionumfeld stärker in den Blick nehmen und Ansammlung von Fangruppen vor den Stadien verhindern wollen. Dafür müssen die Vereine deutlich mehr Ordnungspersonal einsetzen, vor allem bei Partien, die normalerweise viel Publikum anziehen. Das Problem wird durch die Öffnung der Gastronomie noch größer. Den Fans muss klar sein, dass Abstands- und Hygieneregeln auch in ihren angestammten Fanlokalen gelten. Hier werden wir viel Disziplin brauchen. Die Kontrolle kann nicht allein der Polizei und den Städten zugeschoben werden."

Das Konzept der DFL dürfe sich nicht nur auf den Infektionsschutz im Stadion oder auf der Unterbringung und häuslichen Hygiene der Spieler konzentrieren. Nötig sei im Vorfeld eine effektive Koordination zwischen den Bundesligavereinen als Veranstalter, der Polizei und den Städten.

 

Lockerungen im Rahmen der Corona-Pandemie – Beschluss des Präsidiums des Deutschen Städtetages

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